Übersetzungsdienste
Untertitelübersetzung
Untertitelübersetzung ist keine gewöhnliche Textübersetzung; sie besteht darin, einen Text zu erzeugen, der auf dem Bildschirm, auf begrenztem Raum und in begrenzter Zeit gelesen werden kann. Die Zuschauer verfolgen das Bild und lesen zugleich den Untertitel; deshalb gibt der Untertitel nicht jedes Wort der Vorlage wieder, sondern das, was in diesem Moment verstanden werden muss. Ein guter Untertitel ist einer, von dem die Zuschauer nicht bemerken, dass sie ihn lesen.
5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 21.08.2026
Das macht die Untertitelübersetzung zu einer Tätigkeit, die mit Beschränkungen arbeitet. Die Zeichenzahl einer Zeile, die Standzeit auf dem Bildschirm in Sekunden und die Zahl der Zeichen, die pro Sekunde bequem gelesen werden können, stehen von vornherein fest. Der Übersetzer muss den Sinn in diese Grenzen einpassen. Kürzen ist hier kein Verlust, sondern liegt in der Natur der Sache; das eigentliche Können besteht darin, richtig zu entscheiden, was wegfallen darf.
In welchen Fällen wird sie gebraucht?
Untertitel werden in einem weiten Feld eingesetzt: von Filmen und Serien über Unternehmensvideos bis hin zu Online-Schulungen und Konferenzaufzeichnungen. Dass sie schneller und günstiger sind als eine Vertonung, macht sie besonders bei Unternehmens- und Bildungsinhalten zur bevorzugten Lösung. Außerdem ermöglichen sie es, Inhalte auch dann zu verfolgen, wenn der Ton nicht eingeschaltet werden kann – in sozialen Medien, in ruhigen Umgebungen.
Hinzu kommt die Dimension der Barrierefreiheit. Untertitel für gehörlose und schwerhörige Zuschauer geben nicht nur die Sprache wieder, sondern auch Informationen wie Musik, Geräuscheffekte und Sprecherwechsel. Solche Untertitel können auch in derselben Sprache erstellt werden und werden von immer mehr Einrichtungen als Standard verlangt.
| Beschränkung | Warum sie besteht | Praktische Folge |
|---|---|---|
| Zeilenlänge | Sie muss auf den Bildschirm passen und darf das Bild nicht verdecken | In der Regel zwei Zeilen mit begrenzter Zeichenzahl je Zeile |
| Lesegeschwindigkeit | Die Zuschauer müssen mit dem Lesen mitkommen | Der Text wird nach der Standzeit gekürzt |
| Standzeit | Ein zu kurzer Untertitel ist nicht lesbar, ein zu langer erdrückt das Bild | Sie wird innerhalb einer Unter- und Obergrenze gehalten |
| Szenenschnitt | Überschreitet ein Untertitel den Schnittpunkt, ermüdet das Auge | Die Untertitel werden am Szenenwechsel ausgerichtet |
Wie läuft der Prozess ab?
Der Untertitelprozess ist ein Ablauf, in dem Übersetzung und Timing nicht voneinander zu trennen sind; sich beides als getrennte Schritte vorzustellen, ist der häufigste Planungsfehler. Die folgende Reihenfolge ist so aufgebaut, dass der Text zusammen mit seinen Grenzen auf dem Bildschirm entsteht: Zuerst wird festgelegt, wo die Untertitel sitzen, dann wird der Text in diesem Rahmen geschrieben. Der Zustand des Ausgangsvideos und gegebenenfalls vorhandener Zeitcodes bestimmt von Anfang an, wie lange der Prozess dauert. Der Maßstab ist bei jedem Schritt derselbe: Die Zuschauer sollen dem Inhalt folgen können, ohne zu bemerken, dass sie den Untertitel lesen.
- Ausgangsmaterial und Timing. Das Video und, falls vorhanden, die Transkription werden übernommen. Liegen keine Zeitcodes vor, werden die Ein- und Ausblendzeitpunkte der Untertitel bestimmt (Spotting).
- Übersetzung und Verdichtung. Der Text wird nach den Grenzen für Zeile und Lesegeschwindigkeit übersetzt; das Kürzen ohne Sinnverlust ist der Kern dieser Phase.
- Zeilenumbruch. Die Sätze werden an sinnvollen Stellen so umbrochen, dass sie leicht zu lesen sind; angerissene Wortgruppen werden korrigiert.
- Kontrolle am Bildschirm. Die Untertitel werden zusammen mit dem Video angesehen und geprüft; überstehende, zu spät erscheinende oder zu früh verschwindende Untertitel werden korrigiert.
- Export. Die Lieferung erfolgt im gewünschten Untertiteldateiformat; bei Bedarf wird auch eine ins Bild eingebrannte Fassung erstellt.
Lieferform
Untertitel werden meist als eigene Untertiteldatei geliefert; diese Datei ist vom Video unabhängig und kann bei Bedarf ein- und ausgeschaltet werden. Die verbreiteten Formate enthalten Zeitcodes und Text zusammen. In manchen Projekten wird verlangt, den Untertitel direkt ins Bild einzubrennen; dann lässt er sich nicht abschalten, sieht aber in jedem Player gleich aus. Welches Format nötig ist, hängt davon ab, wo das Video veröffentlicht wird, und wird von Anfang an festgelegt. Auch die technischen Vorgaben, die die Veröffentlichungsplattform für Untertitel setzt, beeinflussen diese Entscheidung; derselbe Untertitel kann auf verschiedenen Plattformen in verschiedenen Formaten und nach verschiedenen Regeln verlangt werden.
Besondere Punkte dieser Leistung
Der häufigste Fehler bei der Untertitelübersetzung ist, wie ein Fließtext zu übersetzen und das Timing nachträglich zu erzwingen. Werden die Grenzen nicht von Anfang an berücksichtigt, entstehen Untertitel, die nicht auf den Bildschirm passen oder keine Zeit zum Lesen lassen. Übersetzung und Timing sind deshalb keine getrennten Aufgaben, sondern eine einzige, gemeinsam laufende Arbeit.
Der zweite Punkt ist der Unterschied zwischen Untertitel und Transkription. Die Transkription schreibt das Gehörte so auf, wie es ist; der Untertitel kürzt und ordnet, damit er lesbar bleibt. Ein Video kann zunächst im Rahmen unserer Übersetzungsleistungen verschriftlicht und danach in Untertitel überführt werden, doch die beiden Arbeiten sind nicht dasselbe. Außerdem erfordern kulturelle Anspielungen, Witze und Redewendungen im Untertitel besondere Aufmerksamkeit; eine wörtliche Übersetzung überträgt oft nicht den Sinn, sondern nur die Wörter.
Untertitel in derselben Sprache und Barrierefreiheit
Untertitel sind nicht immer ein Wechsel von einer Sprache in eine andere. In derselben Sprache erstellte Untertitel ermöglichen es, Inhalte in Umgebungen zu verfolgen, in denen der Ton nicht eingeschaltet werden kann, und werden auf immer mehr Plattformen zum Standard. Die Fassung für gehörlose und schwerhörige Zuschauer geht einen Schritt weiter: Sie gibt neben der Sprache auch wieder, wer spricht, welche wichtigen Geräuscheffekte auftreten und dass Musik vorhanden ist. Ohne diese Informationen bleibt der Sinn der Szene unvollständig.
Solche Untertitel erfordern mehr Entscheidungen als gewöhnliche. Welche Geräusche in den Text aufgenommen werden, ob ein Effekt für die Handlung wichtig ist und wie ein Sprecherwechsel dargestellt wird, wird von Anfang an festgelegt. Sprechen mehrere Personen gleichzeitig im Bild, verlangt ihre Unterscheidung besondere Aufmerksamkeit. Werden barrierefreie Untertitel gewünscht, sollte das zu Projektbeginn angegeben werden; denn sowohl ihre Vorbereitung als auch ihr Timing unterscheiden sich von gewöhnlichen Untertiteln, und ein nachträgliches Hinzufügen ist aufwendiger.
Was bestimmt den Preis?
Die Kosten bei Untertiteln hängen von der Dauer des Videos und der Sprechdichte ab. Eine zehnminütige Szene mit dichten Dialogen erfordert weit mehr Untertitel und Aufwand als ein gleich langer Vortrag mit nur einem Sprecher. Auch ob Zeitcodes bereits vorliegen, ist ausschlaggebend; ein Projekt, das zusätzlich das Spotting umfasst, dauert länger. Deshalb kann kein Preis genannt werden, bevor das Video gesichtet und nach Dauer und Inhalt bewertet wurde.
Ihr Video und die Zielsprache können Sie über das Angebotsformular mit uns teilen. Die Preisstufen finden Sie auf der Preisseite, die Sprachen, in denen wir arbeiten, auf den Sprachseiten.
Häufige Situationen
- Das Timing außer Acht lassen. Der Text wird glatt übersetzt und soll nachträglich eingepasst werden; das ist der häufigste und mühsamste Fehler.
- Die Lesegeschwindigkeit vernachlässigen. Richtige, aber zu lange Untertitel hängen die Zuschauer ab; Kürzen ist keine Wahl, sondern eine Notwendigkeit.
- Erwartung an die Barrierefreiheit. Untertitel für gehörlose und schwerhörige Zuschauer werden mit gewöhnlichen Untertiteln verwechselt; da auch Toninformationen nötig sind, werden sie gesondert geplant.
- Formatunverträglichkeit. Eine Untertiteldatei, die die Veröffentlichungsplattform nicht akzeptiert; die Zielplattform sollte von Anfang an angegeben werden.
Die Angaben hier sind allgemeiner Natur; vor einer Antragstellung sollten die aktuellen Anforderungen bestätigt werden. Für verbindliche Informationen richten Sie sich nach der aktuellen Bekanntmachung der zuständigen Stelle.
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