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Dokumentarten

Übersetzung von Arztbericht und Impfpass

Gesundheitsdokumente bilden kein einzelnes Schriftstück, sondern eine große Familie: Bericht eines einzelnen Arztes, Bericht des Gesundheitsausschusses, Epikrise, Laborergebnisse, Medikamentenberichte und Impfnachweise. Sie werden von Krankenhäusern, Familiengesundheitszentren und den zuständigen Direktionen ausgestellt; ein Teil davon kann auch über digitale Systeme wie e-Nabız abgerufen werden.

6 Min. Lesezeit Aktualisiert: 10.07.2026

Die Übersetzung dieser Dokumente unterscheidet sich von den übrigen, denn das Fehlerrisiko kann nicht nur verwaltungsmäßige, sondern klinische Folgen haben. Eine falsch übertragene Dosierung, ein ausgelassener Allergiehinweis oder ein verwechselter Diagnoseschlüssel wirkt sich unmittelbar auf die Behandlung aus, die der Patient im Ausland erhält.

Berichtsarten und ausstellende Stelle

Der Bericht eines einzelnen Arztes ist ein Dokument, das ein Arzt nach einer Untersuchung ausstellt; es wird bei Arbeitsunfähigkeit, Reisetauglichkeit oder einfachen Zustandsfeststellungen verwendet. Der Bericht des Gesundheitsausschusses dagegen wird von mehreren Fachärzten gemeinsam unterzeichnet, ist ein weitaus gewichtigeres Dokument und wird bei Behinderung, dauerhafter Behandlung oder sonderpädagogischen Gründen verlangt.

Die Epikrise ist der Entlassungsbericht, der die während des stationären Aufenthalts durchgeführten Maßnahmen zusammenfasst; soll die Behandlung im Ausland fortgesetzt werden, ist sie das wertvollste Dokument. Labor- und Bildgebungsergebnisse wiederum sind nur zusammen mit den numerischen Referenzbereichen aussagekräftig, und diese Bereiche bleiben unbedingt erhalten.

In der Übersetzung müssen die Art des Berichts und die Zusammensetzung des ausstellenden Ausschusses klar angegeben werden. Bei einem Ausschussbericht ist das Fachgebiet jedes unterzeichnenden Arztes eine Angabe, die das Gewicht des Berichts zeigt; sich mit „Unterschrift des Arztes“ zu begnügen mindert den Wert des Dokuments.

Diagnoseschlüssel, Medikamentennamen und Dosierungen

In Gesundheitsdokumenten werden Diagnosen meist zusammen mit dem internationalen Klassifikationsschlüssel für Krankheiten angegeben. Diese Schlüssel sind überall auf der Welt gleich und ermöglichen es dem Arzt im Zielland, das Dokument zweifelsfrei zu lesen; deshalb werden sie niemals ausgelassen. Die türkische Diagnosebezeichnung wird in der Zielsprache in einer der medizinischen Terminologie entsprechenden Form wiedergegeben und nicht auf Alltagssprache heruntergebrochen.

Bei Medikamenten gilt als goldene Regel der Wirkstoff. Die meisten der in Türkiye verwendeten Handelsmarken gibt es in anderen Ländern nicht oder sie werden unter einem anderen Namen verkauft. Eine Übersetzung, die nur den Markennamen wiedergibt, bleibt in der Apotheke im Ausland ohne Entsprechung. Richtig ist, den Wirkstoff zu nennen und den Markennamen daneben beizubehalten.

Auch Dosierungs- und Anwendungshinweise werden wortgetreu übernommen. Jeder Bestandteil des Ausdrucks „zweimal täglich eine Tablette“ bleibt erhalten; Einheiten werden nicht umgerechnet. Maßangaben wie Milligramm, Milliliter und Einheit bleiben unverändert, denn der Arzt im Zielland wird diese Werte nach seinem eigenen Protokoll auslegen.

Handschrift: die eigentliche Schwierigkeit dieser Dokumentenfamilie

Das kennzeichnende Problem der Gesundheitsdokumente ist die Handschrift. Rezepte, Untersuchungsnotizen und an den Rand der Berichte gesetzte Anmerkungen sind meist handschriftlich und schwer zu lesen. Der gefährlichste Ansatz besteht hier darin, ein unlesbares Wort aus dem Zusammenhang zu erraten und niederzuschreiben.

Richtig ist, die unlesbare Stelle in der Übersetzung ausdrücklich zu kennzeichnen. Wenn es um klinische Angaben geht, ist Raten weitaus kostspieliger als Genauigkeit. Bei Bedarf bei der ausstellenden Einrichtung einen Computerausdruck anzufordern erhöht sowohl die Sicherheit der Übersetzung als auch die der Behandlung.

Auch Stempel- und Unterschriftenfelder werden vermerkt: Name des Arztes, Diplom- oder Registrierungsnummer, Fachgebiet und Name der Einrichtung. Diese Angaben ermöglichen es dem Gegenüber im Ausland, die Befugnis der Person zu beurteilen, die den Bericht ausgestellt hat.

Versicherungs-, Entschädigungs- und Reiseakten

Gesundheitsdokumente werden nicht nur für die Behandlung, sondern auch für finanzielle Vorgänge übersetzt. Bei einem Antrag an die Reiseversicherung nach einem im Ausland erlittenen Unfall kommen in Türkiye ausgestellte Berichte oder umgekehrt im Ausland ausgestellte Dokumente ins Spiel. Versicherungsgesellschaften gleichen die Kostenpositionen mit den Diagnosen und Maßnahmen im Bericht ab.

In solchen Akten gehören auch Rechnungen und Leistungsaufstellungen zum Satz. Die Bezeichnungen und Schlüssel der Maßnahmen auf den Krankenhausrechnungen müssen sich mit dem Bericht genau decken; eine abweichend übersetzte Maßnahmenbezeichnung genügt, damit der Versicherer die Zahlung aussetzt. Auch die Umstellung des Dezimaltrennzeichens bei Beträgen erfordert dieselbe Sorgfalt.

Reisetauglichkeitsberichte werden dagegen nach einer anderen Logik gelesen. Manche Beförderer und manche Länder verlangen bei bestimmten Gesundheitszuständen eine Bescheinigung über die Reisetauglichkeit; dieses Dokument ist kurzlebig und sollte nahe am Reisedatum eingeholt werden. Das Gültigkeitsfenster des Berichts muss in der Übersetzung klar erkennbar sein.

Bei Schwangerschaft, chronischer Erkrankung und laufender Behandlung kommt ein Medikamentenbericht hinzu. Sollen Medikamente ins Ausland mitgenommen werden, kann bei der Zollabfertigung die Übersetzung des ärztlichen Berichts und des Rezepts verlangt werden; auch hier ist ausschlaggebend, dass der Name des Wirkstoffs aufgeführt ist.

Impfpass und internationale Bescheinigung

Impfnachweise begegnen uns in zwei verschiedenen Formen. Die erste ist der Impfpass, in den die Impfungen der Kindheit eingetragen werden; er ist meist kleinformatig, tabellarisch aufgebaut und voller Abkürzungen. Die zweite ist die für bestimmte Krankheiten ausgestellte internationale Impfbescheinigung, die ein eigenes Standardformat hat.

Im Impfpass für Kinder unterscheiden sich die Abkürzungen von Land zu Land; die im türkischen Impfkalender verwendeten Abkürzungen haben im Zielland unter Umständen keine genaue Entsprechung. Deshalb wird in jeder Zeile die vollständige Bezeichnung der Impfung ausgeschrieben und angegeben, gegen welche Krankheiten sie schützt. Bei Kindern, die im Ausland eingeschult werden, ist dieses Dokument unmittelbar Aufnahmevoraussetzung.

Die internationale Bescheinigung funktioniert dagegen nach einer anderen Logik: Ihre Felder sind bereits mehrsprachig, und bei richtiger Ausfüllung ist unter Umständen keine gesonderte Übersetzung nötig. Der handschriftlich eingetragene Impfstoffname, die Seriennummer und der Stempel des Zentrums können jedoch auf Türkisch sein; diese Felder müssen übersetzt werden. Dosisdaten und die Termine für die Folgedosen werden vollständig übernommen.

Bei Erwachsenen wiederum ändern sich die verlangten Impfungen je nach bereister Region; manche Länder machen bestimmte Krankheiten zur Einreisevoraussetzung. In diesem Fall kommt es nicht nur auf das Vorhandensein des Impfeintrags an, sondern auch darauf, dass das Impfdatum in das Gültigkeitsfenster fällt. Deshalb hat es besonderes Gewicht, die Daten auf dem Pass leserlich zu übertragen.

Zweck und Beglaubigungsstufe

VerwendungszweckDokumentBeglaubigungsstufe
Behandlung im Ausland fortsetzenEpikrise + BefundergebnisseBeglaubigte Übersetzung
SchulanmeldungImpfpassBeglaubigt, manchmal notariell
Gesundheitsauflage beim VisumReisetauglichkeitsberichtBeglaubigte Übersetzung
Antrag auf Behinderung und SozialleistungenBericht des GesundheitsausschussesNotar + Apostille
Versicherungs- und EntschädigungsakteBericht + EpikriseNotariell beglaubigt
Bei klinischen Dokumenten hat Vollständigkeit Vorrang vor der Beglaubigungsstufe.

Unterschiede nach Ländern

In Deutschland werden Berichte des Gesundheitsausschusses, da sie unmittelbar mit Sozialleistungen zusammenhängen, mit der Übersetzung durch einen gerichtlich vereidigten Übersetzer und einer Apostille zusammen verlangt. In Australien sind die migrationsmedizinischen Verfahren streng, und eine Übersetzung ohne NAATI-Akkreditierung wird nicht anerkannt. In Japan wiederum gibt es kein System vereidigter Übersetzer, weshalb die Erklärung des Übersetzungsbüros und bei Bedarf eine notarielle Beglaubigung verwendet werden. Für länderbezogene Einzelheiten können Sie in unserem Länderratgeber nachsehen.

Häufige Fehler bei Gesundheitsdokumenten

  • Medikamente nur mit dem Markennamen wiedergeben und den Wirkstoff nicht nennen.
  • Unlesbare Handschrift durch Raten ergänzen.
  • Bei Laborergebnissen die Referenzbereiche auslassen.
  • Diagnoseschlüssel für überflüssig halten und aus der Übersetzung streichen.
  • Die Abkürzungen im Impfpass nicht ausschreiben.
  • Gültigkeitsdauer und Ausstellungsdatum des Berichts unklar lassen.

Führen Sie Ihre Gesundheitsakte vollständig mit

Bei Gesundheitsdokumenten besteht das Ziel nicht nur darin, einen Antrag durchzubringen, sondern darin, dass der Patient im Ausland die richtige Versorgung erhält. Wenn Sie uns Ihre Dokumente senden, beurteilen wir gemeinsam, welche Unterlagen übersetzt werden müssen, welche zusätzlichen Berichte Ihnen nützen und welche Übersetzeranforderung das Zielland stellt. Die Sprachen finden Sie auf unserer Sprachenseite, unsere Arbeitsgrundsätze auf unserer Preisseite; Ihre Akte können Sie uns über das Angebotsformular zusenden.

Die Angaben hier dienen der Orientierung; die Aktualitätsfrist des Dokuments und die Zahl der verlangten Ausfertigungen sind je nach Behörde unterschiedlich. Für verbindliche Auskünfte legen Sie bitte die aktuelle Bekanntmachung der zuständigen Behörde zugrunde.

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