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Übersetzungsdienste

Technische Übersetzung

Die technische Übersetzung sorgt dafür, dass Texte, die die Funktionsweise eines Produkts oder eines Prozesses beschreiben, in einer anderen Sprache dieselbe Funktion erfüllen. Der Maßstab lässt sich in einem Satz fassen: Der Techniker, der die Anleitung liest, muss denselben Vorgang in derselben Reihenfolge ausführen können wie sein Kollege in der Ausgangssprache. Ist der Text flüssig, aber irreführend, ist die Übersetzung gescheitert.

5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 22.07.2026

Das auffälligste Merkmal dieses Bereichs sind Volumen und Wiederholung. Die Anleitungen einer Produktfamilie sind Ableitungen voneinander; derselbe Warnsatz kommt an Hunderten von Stellen vor. Deshalb ist die technische Übersetzung nicht allein eine sprachliche Aufgabe, sondern zugleich eine Aufgabe des Content-Managements.

Ohne Terminologiedatenbank keine Einheitlichkeit

In technischen Texten muss ein Bauteil im gesamten Text mit einer einzigen Entsprechung bezeichnet werden. Wird dieselbe Komponente auf einer Seite „Lager“ und auf einer anderen „Wälzlager“ genannt, fordert das Servicepersonal das falsche Teil an. Der Weg, dies abzusichern, ist eine zu Beginn der Arbeit mit dem Kunden abgestimmte Terminologiedatenbank.

Die Terminologiedatenbank ist außerdem ein Unternehmenswert. Wechselt das Unternehmen den Lieferanten, geht diese Liste mit ihm mit, und das neue Team spricht weiterhin dieselbe Sprache. Im Vertrag festzuhalten, dass die Terminologiedatenbank und das Translation Memory dem Kunden gehören, verhindert von vornherein eine Abhängigkeit, die später teuer wird.

Dateiformate und Layout

Technische Dokumente kommen selten als reiner Text. In Zeichnungen platzierte Beschriftungen, Tabellen, automatisch erzeugte Inhaltsverzeichnisse und Querverweise machen die formale Seite der Übersetzung zu einem Teil der eigentlichen Arbeit. Wird der Text in der Zielsprache länger, entsteht das Problem, dass er nicht mehr in Felder mit fester Breite passt.

AusgangsformatTypischer InhaltBearbeitungsansatz
LayoutdateienGedruckte Anleitung, KatalogDer Text wird exportiert, nach der Übersetzung wird das Layout neu aufgebaut
Strukturierte AuszeichnungsdateienModulare DokumentationDie Auszeichnungen bleiben erhalten, übersetzt werden nur die Textfelder
TabellenkalkulationsdateienTeileliste, technische DatenSpaltenstruktur und Einheiten bleiben unverändert
Gescannte Zeichnungen und DokumenteÄltere ArchivdokumenteZuerst Texterkennung, dann Prüfung; die Beschriftungen werden von Hand gesetzt
Dateien der SoftwareoberflächeMenü- und FehlermeldungenÜbersetzung unter Beachtung der Zeichenbegrenzung

Sicherheitshinweise sind eine eigene Kategorie

Warntexte in Anleitungen lassen sich nicht wie gewöhnliche Erläuterungssätze behandeln. Die Überschriften, die die Gefahrenstufe angeben, ihre Reihenfolge und der Satzbau des Hinweises sind meist in den einschlägigen Normen festgelegt. Der Spielraum des Übersetzers ist hier am geringsten; zu tun ist, die etablierten Entsprechungen der Zielsprache zu verwenden.

Ebenso sind Maßeinheiten, Toleranzwerte und Modellcodes in der Übersetzung unantastbar. Ein Schraubenmaß oder einen Spannungswert zu „lokalisieren“ ist ein schwerer Fehler; diese Werte werden in der Form der Quelle übernommen.

Die Ausnahme sind rein formale Elemente wie das Dezimaltrennzeichen. Diese können an die Schreibregeln der Zielsprache angepasst werden; wird jedoch angepasst, muss dies im gesamten Dokument einheitlich geschehen. In derselben Tabelle zwei verschiedene Dezimalschreibweisen zu verwenden, beschädigt in einem technischen Dokument unmittelbar die Verlässlichkeit.

Wie wird ein Anweisungssatz gebildet?

Der größte Teil technischer Texte besteht aus Anweisungen, und der Anweisungssatz hat eine eigene Grammatik. Eine wirksame Anweisung ist kurz, enthält nur eine Handlung und steht im Imperativ. Enthält der Ausgangstext einen langen, verschachtelten Satz, ist es keine Treue, ihn in der Zielsprache in derselben Struktur zu belassen, sondern ein Verlust an Benutzbarkeit.

Ebenso werden Bedingungen der Handlung vorangestellt: Steht die Bedingung zuerst und die Handlung danach, führt der Leser den Schritt nicht in der falschen Reihenfolge aus. Auch die korrekte Wiedergabe der temporalen Konjunktionen ist ein kritischer Prüfpunkt; der Unterschied zwischen „nach Abschluss des Vorgangs“ und „während des Vorgangs“ kann im Feld sicherheitsrelevante Folgen haben.

Das dritte Prinzip ist die Einförmigkeit. In einem literarischen Text gilt der Gebrauch von Synonymen als Reichtum; in einem technischen Text ist er ein Fehler. Dieselbe Handlung wird jedes Mal mit demselben Verb beschrieben. Das verringert die Last für den Leser und steigert zugleich die Effizienz des Translation Memory.

Die Rolle des Ausgangstextes in mehrsprachigen Projekten

Soll eine Anleitung in zehn Sprachen übersetzt werden, wird die Qualität des Ausgangstextes zum größten Kostenfaktor. Jede Unklarheit in der Quelle wird von zehn verschiedenen Übersetzern zu zehn verschiedenen Fragen, und jede davon wird einzeln beantwortet. Den Ausgangstext für die Übersetzung vorzubereiten, ist deshalb ein Einsparposten.

Die Vorbereitung besteht aus drei Arbeiten: unklare Pronomen ausschreiben, für denselben Begriff nur einen Terminus verwenden und kulturspezifische Beispiele vereinfachen. Werden diese drei Korrekturen einmal in der Quelle vorgenommen, bringen sie in zehn Sprachen zugleich einen Gewinn.

Der zweite bestimmende Faktor in mehrsprachigen Projekten ist die Verwaltung der Fragen. Die Fragen der Übersetzer müssen in einer einzigen Liste gesammelt und die gegebenen Antworten gleichzeitig an alle Sprachen verteilt werden. Andernfalls wird dieselbe Unklarheit in jeder Sprache anders gelöst, und zehn verschiedene Anleitungen sagen zehn verschiedene Dinge. Diese Liste ist am Ende des Projekts zugleich der wertvollste Beitrag für die nächste Fassung des Ausgangstextes.

Das dritte Element ist, die Sprachen nicht gleichzeitig, sondern nacheinander zu veröffentlichen. Statt zu warten, bis alle Sprachen auf einmal fertig sind, beschleunigt die Veröffentlichung der bereits fertigen Sprache die Rückmeldung und verhindert, dass sich derselbe Fehler in den folgenden Sprachen wiederholt. Eine Korrektur, die sich am Ausgangstext ergibt, lässt sich ohne Zusatzkosten auf die noch nicht begonnenen Sprachen übertragen.

Prozessschritte

  1. Die Dateien werden analysiert; Gesamtvolumen, Wiederholungsanteil und bereits früher übersetzte Abschnitte werden ausgewiesen.
  2. Die Terminologieliste wird erstellt und dem technischen Team des Kunden zur Freigabe vorgelegt.
  3. Die Übersetzung erfolgt durch einen Übersetzer, der das Fachgebiet beherrscht; für unklare Stellen wird eine Fragenliste geführt.
  4. Technische Prüfung: Zahlenwerte, Modellcodes, Querverweise und Warntexte werden kontrolliert.
  5. Das Layout wird neu aufgebaut; überlaufende Texte, verrutschte Tabellen und abgeschnittene Beschriftungen werden korrigiert.
  6. Eine abschließende visuelle Kontrolle wird durchgeführt, das Translation Memory wird aktualisiert und die Lieferung an den Kunden erfolgt.

Was bestimmt den Preis?

Am häufigsten missverstanden wird in der technischen Übersetzung, dass die Wortzahl allein die Kosten nicht abbildet. In einer Anleitungsfamilie von tausend Seiten kann ein erheblicher Teil des Textes wiederkehren; der Analysebericht weist diese Wiederholung aus, und wiederkehrende Abschnitte werden nach einer anderen Stufe berechnet. Wer keinen Analysebericht verlangt, zahlt in Wirklichkeit den vollen Preis für Inhalte, die er ohnehin schon besitzt.

Der zweite Posten ist die Layoutarbeit; sie wird getrennt vom Übersetzungshonorar bewertet. Der dritte ist die Zahl der Sprachen: In Projekten, in denen derselbe Ausgangstext in viele Sprachen übersetzt wird, entstehen die Vorbereitungskosten nur einmal, und die Kosten je Sprache sinken. Die Sprachen, mit denen wir arbeiten, finden Sie auf der Sprachenseite, die Preislogik auf der Preisseite.

Häufige Situationen

  • Der Ausgangstext selbst ist unklar. Technische Dokumente werden häufig in Eile geschrieben. Ein guter Übersetzer meldet diese Unklarheiten mit einer Fragenliste; diese Liste ist für den Kunden eine kostenlose Qualitätsprüfung.
  • Die Anleitung wird später aktualisiert. Wird der Versionsunterschied nicht verwaltet, wird derselbe Inhalt ein zweites Mal bezahlt. Bei Aktualisierungen dürfen nur die geänderten Abschnitte bearbeitet werden.
  • Texte in Abbildungen. Werden in Grafiken eingebettete Texte nicht exportiert, bleibt die Übersetzung unvollständig, und das fällt in der Regel zuletzt auf.
  • Dateien mit eingemischter maschineller Übersetzung. Dateien, die der Kunde vorübersetzen ließ, lassen sich nicht bepreisen, solange nicht eindeutig geklärt ist, ob sie eine Korrektur oder eine Neuübersetzung erfordern. Ihre Dateien können Sie über das Angebotsformular übermitteln.
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