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Übersetzungsdienste

Akademische Übersetzung

Akademische Übersetzung bedeutet, dass ein wissenschaftlicher Text auch in einer anderen Sprache denselben wissenschaftlichen Anspruch trägt. Es geht dabei nicht nur um Terminologie; auch die Schreibkonventionen des Fachs, das Zitiersystem und die Art der Argumentation werden mit übertragen. Mit welchem Grad an Bestimmtheit ein Befund formuliert ist, ist im wissenschaftlichen Schreiben ebenso wichtig wie der Satz selbst.

6 Min. Lesezeit Aktualisiert: 02.07.2026

Die Falle, in die Übersetzer bei wissenschaftlichen Texten am häufigsten tappen, ist deshalb, eine vorsichtige Formulierung in eine feste Behauptung zu verwandeln. Den Satz „Die Befunde deuten darauf hin, dass ein Zusammenhang bestehen könnte“ als „Die Befunde zeigen den Zusammenhang“ zu übersetzen, ist kein Sprachfehler, sondern eine wissenschaftliche Verzerrung.

Welche Texte, welche Leistungsstufe?

Anfragen aus der akademischen Welt sind nicht alle gleich. Auf der einen Seite stehen Artikel, die bei einer Zeitschrift eingereicht werden, auf der anderen Diplome und Notenübersichten, die für ein amtliches Verfahren übersetzt werden müssen. Das sind völlig verschiedene Abläufe: Beim ersten ist die sprachliche Qualität ausschlaggebend, beim zweiten die formale Texttreue und die Beglaubigungsstufe.

TextZweckPrioritätBeglaubigungsbedarf
ZeitschriftenartikelVeröffentlichungFlüssigkeit, Passung zur FachspracheKeiner
Abschlussarbeit und ZusammenfassungBegutachtungTerminologische Konsistenz, FormvorgabenIn der Regel keiner
Tagungsbeitrag und PosterPräsentationKürze, visuelle PassungKeiner
Diplom und NotenübersichtAnerkennung, BewerbungWörtliche Texttreue, TabellenaufbauBeglaubigt, meist notariell beglaubigt
LehrinhalteAnerkennung, AnrechnungRichtigkeit der Kredit- und StundenangabenJe nach Stelle unterschiedlich
EmpfehlungsschreibenBewerbungErhalt von Stil und BetonungIn der Regel keiner

Wie in Anerkennungs- und Bewerbungsakten welches Dokument bearbeitet wird, behandeln wir in unserem Dokumentenleitfaden, die Wege der Diplomanerkennung in den Zielländern im Länderleitfaden.

Warum Fachkenntnis nicht verhandelbar ist

In wissenschaftlichen Texten hängt die Entsprechung eines Begriffs von der Disziplin ab. Dasselbe Wort kann in der Psychologie, in der Statistik und in den Wirtschaftswissenschaften auf drei verschiedene Konzepte verweisen. Ein fachfremder Übersetzer spürt diesen Unterschied nicht; er wählt die erste Entsprechung aus dem Wörterbuch, und der Text wirkt auf die Leserschaft des Fachs fremd. Das ist einer der am häufigsten geäußerten Kritikpunkte in Gutachten.

Der richtige Ansatz besteht darin, den Übersetzer nach der Disziplin auszuwählen und die früheren Veröffentlichungen des Autors als Referenz zu nutzen. Die Terminologieentscheidungen des Autors sollten beibehalten werden, solange sie den allgemeinen Präferenzen des Fachs nicht widersprechen.

In den Sozialwissenschaften verschärft sich dieses Problem noch. Die meisten Begriffe sind an eine bestimmte theoretische Tradition gebunden, und die im Türkischen eingebürgerte Entsprechung dieser Tradition deckt sich nicht immer vollständig mit dem Begriff der Ausgangssprache. In solchen Fällen ist der bevorzugte Weg, den Ausgangsbegriff beim ersten Auftreten in Klammern anzugeben und im gesamten Text bei einer einzigen Entsprechung zu bleiben.

Worauf wird in den Abschnitten Methode und Befunde geachtet?

Der technischste Abschnitt eines wissenschaftlichen Textes ist die Methode. Was hier wiedergegeben wird, ist keine Erzählung, sondern eine wiederholbare Abfolge von Arbeitsschritten. Stichprobengröße, Messinstrument, Durchführungsdauer und die Namen statistischer Verfahren werden eins zu eins übernommen; nichts davon wird erläuternd erweitert oder gekürzt.

Im Abschnitt Befunde ist das häufigste Problem das Auseinanderfallen von Tabelle und Text. Wenn ein im Text genannter Wert in der Tabelle anders erscheint, ist das eine Unstimmigkeit, die in Gutachten sofort markiert wird. Deshalb werden bei der Kontrolle nach der Übersetzung Tabellenwerte und Textaussagen gegenseitig abgeglichen.

Im Diskussionsteil wird auf den Grad der Behauptung geachtet. Unter welchen Bedingungen die Ergebnisse gelten, welche Einschränkungen bestehen und ob verallgemeinert werden darf – all das muss mit dem Vorsichtsgrad des Ausgangstextes wiedergegeben werden.

Besondere Bedingungen bei der Übersetzung von Abschlussarbeiten

Abschlussarbeiten unterscheiden sich in drei Punkten von Artikeln. Der erste ist der Umfang: Eine Abschlussarbeit entspricht dem Text mehrerer Artikel, und in dieser Größenordnung lässt sich terminologische Konsistenz nur mit einer Terminologieliste wahren. Der zweite sind die Formvorgaben; die Schreibrichtlinien der Universitäten setzen strenge Regeln für Überschriftenebenen, Tabellenüberschriften und Quellenangaben.

Der dritte ist der Zeitplan. Übersetzungen von Abschlussarbeiten hängen meist am Termin der Verteidigung, und der Text wird während der Übersetzung weiter aktualisiert. In diesem Fall ist ein Ablauf mit kapitelweiser Lieferung sicherer, als den gesamten Text auf einmal abzuwarten; die Schlusslesung muss jedoch zwingend aus einer Hand über den gesamten Text erfolgen.

Eine weitere häufige Situation bei Abschlussarbeiten ist, dass nur die Zusammenfassung übersetzt werden soll. Diese scheinbar kurze Aufgabe ist tatsächlich schwierig: Die Zusammenfassung muss den Anspruch der gesamten Arbeit in wenigen hundert Wörtern tragen, und die Terminologieentscheidungen müssen zum Rest der Arbeit passen. Ein Übersetzer, der nur die Zusammenfassung sieht, kann diese Passung nicht herstellen; deshalb wird bei Übersetzungen von Zusammenfassungen erwartet, dass auch die einschlägigen Kapitel der Arbeit als Referenz bereitgestellt werden.

Projekt- und Stipendienanträge folgen einer ähnlichen Logik. Bei diesen Texten achtet die begutachtende Person neben dem wissenschaftlichen Inhalt auch auf den Aufbau des Vorschlags und die Erfüllung der Kriterien. Werden die im Ausschreibungstext genannten Kriterienbezeichnungen im Antrag mit denselben Begriffen verwendet, kann die begutachtende Person die Zuordnung schnell vornehmen. Eine freie Übersetzung erschwert diese Zuordnung, selbst wenn sie einwandfrei ist, und kann bei der Bewertung Nachteile bringen.

Zitate, Literaturverzeichnis und Formvorgaben

Das Literaturverzeichnis wird nicht übersetzt; die bibliografischen Angaben der Quellen bleiben in ihrer Originalsprache. Zu tun ist, die Form nach dem Zitiersystem der Zielzeitschrift anzupassen und zu prüfen, ob die Verweise im Text mit dem Literaturverzeichnis übereinstimmen. Das häufigste Problem bei aus dem Türkischen übersetzten Artikeln ist, dass eine im Text genannte Quelle im Literaturverzeichnis fehlt.

Auch Tabellen- und Abbildungsüberschriften, Abkürzungsverzeichnisse und Abschnitte mit ethischen Erklärungen unterliegen den Formatvorgaben der Zeitschrift. Diese Anforderungen zusammen mit der Übersetzung zu prüfen, senkt das Risiko einer formalen Ablehnung nach der Einreichung deutlich.

Ablauf und ethische Grenze

  1. Disziplin des Textes, Zielzeitschrift oder Zielstelle und Liefertermin werden festgelegt.
  2. Frühere Veröffentlichungen des Autors und, sofern vorhanden, die Terminologievorgaben der Einrichtung werden zusammengetragen.
  3. Die Übersetzung wird angefertigt; unklare Formulierungen werden beim Autor erfragt, nicht erraten.
  4. Es folgt eine fachinterne Kontrolllesung; Behauptungsgrade und numerische Ergebnisse werden geprüft.
  5. Eine Person mit der Zielsprache als Muttersprache prüft die Flüssigkeit.
  6. Nach der Form- und Zitatprüfung erfolgt die Lieferung.

Hier gibt es eine klare Grenze: Übersetzen heißt nicht, den Text zu schreiben. Einen nicht vorhandenen Abschnitt zu erzeugen, Befunde neu zu deuten oder Quellen hinzuzufügen, ist ein Verstoß gegen die wissenschaftliche Redlichkeit. Der Beitrag des Übersetzers kann im Methodenteil oder in der Danksagung angegeben werden; das ist eine Transparenz, die viele Zeitschriften erwarten.

Was bestimmt den Preis?

Der erste kostenbestimmende Faktor bei der akademischen Übersetzung ist die fachliche Tiefe der Disziplin. Der zweite ist der Zustand des Ausgangstextes: Ein gut geschriebener türkischer Text geht schnell voran, während ein ungeordneter Entwurf vor der Übersetzung eine Sinnerschließung erfordert. Der dritte ist, ob die Flüssigkeitsprüfung enthalten ist oder nicht.

Bei amtlichen Dokumenten wie Diplom und Notenübersicht ändert sich die Logik vollständig; hier sind Seitenzahl und Beglaubigungsstufe ausschlaggebend. Die Preisbildung der beiden Leistungsarten ist getrennt und wird auf der Preisseite jeweils gesondert erläutert. Ihren Text können Sie uns über das Angebotsformular zusenden.

Häufige Situationen

  • Die Zeitschrift hat abgelehnt und die Sprache als Grund genannt. In diesem Fall ist nicht eine neue Übersetzung nötig, sondern eine gezielte Überarbeitung entlang der Gutachterkommentare.
  • Wortbegrenzung. Für Zusammenfassungen gelten strenge Grenzen; wird der Text bei der Übersetzung länger, erfolgt die Kürzung gemeinsam mit dem Autor.
  • Unterschiedliche Notensysteme. Bei der Übersetzung von Notenübersichten wird die Notenskala nicht umgerechnet; die Skala des Ausgangsdokuments wird übernommen und, falls vorhanden, ihre Erläuterung ergänzt.
  • Mehrere Autoren. Von verschiedenen Autoren verfasste Abschnitte fallen stilistisch auseinander; eine Schlusslesung aus einer Hand beseitigt dieses Auseinanderfallen.
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