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Konsekutivdolmetschen
Das Konsekutivdolmetschen ist eine Methode des Dolmetschens, bei der der Redner einen Abschnitt spricht und innehält und der Dolmetscher diesen Abschnitt anschließend in die Zielsprache überträgt. Rede und Verdolmetschung wechseln einander ab: zuerst das Original, dann die Übertragung. Der Dolmetscher macht sich währenddessen Notizen und gibt das Gesagte, sobald der Redner innehält, in seiner Gesamtheit wieder. Das auffälligste Merkmal der Methode ist, dass die Verdolmetschung nicht gleichzeitig mit der Rede, sondern im Anschluss daran erfolgt; daher rührt auch ihr Name.
5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 20.08.2026
Die größte praktische Folge dieser Struktur ist, dass keine besondere technische Ausstattung erforderlich ist. Es funktioniert ohne Kabine, Kopfhörer oder Tonanlage, allein dadurch, dass der Dolmetscher vor Ort ist. Dem steht jedoch ein Preis gegenüber: Da die Verdolmetschung dazwischentritt, verlängert sich die Dauer der Besprechung deutlich; grob gesagt wird derselbe Inhalt zweimal gesagt – einmal in der Ausgangssprache, einmal in der Zielsprache.
Wann wird es benötigt?
Das Konsekutivdolmetschen eignet sich für Situationen mit wenigen Teilnehmern, in denen das wechselseitige Gespräch im Vordergrund steht. Bilaterale Geschäftsgespräche, Notartermine, Arztbesuche, kleine Besprechungen, Werks- und Vor-Ort-Besichtigungen sowie Gespräche bei Behörden sind typische Beispiele. In diesen Situationen verläuft das Gespräch ohnehin abwechselnd; die dazwischentretende Verdolmetschung stört den natürlichen Fluss kaum.
In Situationen, in denen es nicht möglich ist, die Rede zu unterbrechen und zu warten, ist die Methode dagegen ungeeignet. Bei großen, vielsprachigen Veranstaltungen mit vielen Teilnehmern, bei denen die Zeit knapp ist, verlangsamt das Konsekutivdolmetschen den Ablauf; für solche Situationen eignet sich das Simultanverfahren besser. Ist die physische Anwesenheit am selben Ort nicht möglich, kommen Verfahren aus der Ferne zum Einsatz.
| Merkmal | Beim Konsekutivdolmetschen |
|---|---|
| Gleichzeitigkeit | Nicht gegeben; Rede und Verdolmetschung im Wechsel |
| Ausstattung | Nicht erforderlich; die Anwesenheit des Dolmetschers genügt |
| Auswirkung auf die Dauer | Die Besprechung verlängert sich deutlich |
| Teilnehmerzahl | Kleine Runden, wechselseitige Gespräche |
| Zahl der Dolmetscher | In den meisten Situationen kann ein Dolmetscher genügen |
| Typischer Ort | Notariat, Klinik, Büro, Einsatz vor Ort, kleine Besprechung |
Wie läuft der Ablauf?
Beim Konsekutivdolmetschen findet der größte Teil der Arbeit statt, bevor das Gespräch beginnt; der Erfolg vor Ort hängt meist davon ab, wie gut vorbereitet wurde. Der folgende Ablauf beginnt deshalb mit der Information und der Vorbereitung der Unterlagen. Während des Gesprächs ist der Rhythmus wichtig: Hält der Redner in kurzen, sinnvoll abgegrenzten Abschnitten inne, kann der Dolmetscher das Gleichgewicht zwischen Notizen und Gedächtnis wahren. An unklaren Stellen eine kurze Rückversicherung einzuholen statt zu vermuten, ist eine unveränderliche Regel dieser Arbeit. Die folgenden Schritte folgen derselben Disziplin, ob es sich um einen Notartermin oder um ein Gespräch vor Ort handelt.
- Information. Thema, Beteiligte und Zweck des Gesprächs werden vorab mitgeteilt; der Dolmetscher bereitet sich auf die Fachbegriffe des Gebiets vor.
- Vorbereitung der Unterlagen. Sofern vorhanden, werden Tagesordnung, Vertragsentwurf oder Präsentation vorab übergeben; die Vorbereitung ist die Hälfte des Erfolgs vor Ort.
- Rede und Übertragung. Der Redner spricht in kurzen Abschnitten und hält inne; der Dolmetscher überträgt anhand seiner Notizen.
- Rückversicherung. Bei einer unklaren Stelle vergewissert sich der Dolmetscher mit einer kurzen Nachfrage; er arbeitet nicht mit Vermutungen.
- Abschluss. Bei Bedarf wird am Ende des Gesprächs eine kurze Zusammenfassung oder eine Einigungsnotiz mündlich bestätigt.
Besondere Hinweise zu dieser Leistung
Die Qualität des Konsekutivdolmetschens hängt in hohem Maße von der Vorbereitung ab. Kennt der Dolmetscher Thema, Beteiligte und Zweck des Gesprächs im Voraus, fällt die Übertragung deutlich treffsicherer aus. Ein Dolmetscher, der ohne jede Information über das Thema zum Einsatz kommt, lernt die Fachbegriffe erst im Moment selbst; das ist fehleranfällig. Deshalb wird dringend empfohlen, so weit es die Vertraulichkeit zulässt, vorab zu informieren.
Der zweite Punkt ist, dass das Konsekutivdolmetschen eine Verdolmetschung des gesprochenen Wortes ist; es ersetzt kein schriftliches Dokument. Wird von einem im Gespräch mündlich übertragenen Text später eine schriftliche und beglaubigte Übersetzung für ein amtliches Verfahren benötigt, ist das eine eigene Arbeit und wird nach den Abläufen der beglaubigten Übersetzung aus dem Dokumentenratgeber abgewickelt. Posten wie Reise, Unterkunft und Einsätze außerhalb der Stadt werden je nach Art des Auftrags gesondert betrachtet. Ebenso werden diese Bedingungen von Anfang an besprochen, wenn sich der Einsatz über mehrere Tage erstreckt, zu ungewöhnlichen Zeiten stattfindet oder eine dichte Tagesordnung umfasst. Ein vorab geklärter Rahmen sorgt sowohl für die richtige Vorbereitung des Dolmetschers als auch dafür, dass die Erwartungen der Beteiligten erfüllt werden; er verringert spätere Unklarheiten auf ein Mindestmaß.
Notizen, Gedächtnis und Vorbereitung
Das sichtbarste Werkzeug des Konsekutivdolmetschers ist der Notizblock, doch diese Notizen sind keine Stenografie. Der Dolmetscher schreibt nicht jedes Wort mit; er verwendet ein Zeichensystem, das den Sinn, Zahlen, Eigennamen und logische Verknüpfungen festhält. Die eigentliche Übertragung erfolgt aus dem Gedächtnis; die Notizen sind lediglich ein Gerüst, das dieses Gedächtnis stützt. Spricht der Redner deshalb in sehr langen Abschnitten, ohne innezuhalten, überfordert das selbst den erfahrensten Dolmetscher; in kurzen, sinnvoll abgegrenzten Abschnitten vorzugehen hebt die Qualität der Übertragung unmittelbar.
Beim Konsekutivdolmetschen kommt die Vorbereitung noch vor dem Erfolg vor Ort. Sind das Thema des Gesprächs, die Beteiligten und die verwendeten Fachbegriffe im Voraus bekannt, kann sich der Dolmetscher auf die Sprache des jeweiligen Gebiets einstellen. Werden die Klauseln, die in einem Vertragsgespräch vorkommen, oder die medizinischen Begriffe, die bei einem Arztbesuch fallen, vorab mitgeteilt, wird die Übertragung deutlich sicherer. Die Bedeutung dieser Vorbereitung hängt unmittelbar mit der Beherrschung der Terminologie zusammen, die wir auf unserer Seite zu den Übersetzungsleistungen hervorheben, auf der wir die fachspezifischen Übersetzungsabläufe beschreiben.
Wie wird der Preis bestimmt?
Das Konsekutivdolmetschen wird in der Regel nach der aufgewendeten Zeit auf Stunden- oder Tagesbasis bewertet; ein Maß wie Wort oder Seite gilt hier nicht. Maßgeblich sind die Dauer des Einsatzes, der Fachlichkeitsgrad des Themas, das Sprachpaar und der Ort des Gesprächs. Ein halbtägiger Notartermin und ein ganztägiger Einsatz vor Ort werden nicht im selben Rahmen bewertet. Bei Einsätzen außerhalb der Stadt werden Posten wie Anreise und Unterkunft gesondert besprochen. Ein verbindlicher Rahmen lässt sich erst aufstellen, wenn die Einzelheiten des Einsatzes feststehen; auf dieser Seite wird kein bestimmter Stunden- oder Tagessatz genannt.
Thema, Dauer und Ort Ihres Gesprächs können Sie uns über das Angebotsformular oder direkt über unsere Kontaktseite mitteilen. Die Sprachen, in denen wir arbeiten, sehen Sie auf unserer Sprachenseite.
Häufige Situationen
- Fehlende Information. Wird das Thema nicht vorab mitgeteilt, kann sich der Dolmetscher nicht auf die Fachbegriffe vorbereiten; das mindert die Treffsicherheit.
- Falsche Methodenwahl. Konsekutivdolmetschen bei einer großen Veranstaltung mit knapper Zeit; das verlangsamt den Ablauf unnötig.
- Erwartung eines Schriftstücks. Die Annahme, die mündliche Übertragung ersetze ein beglaubigtes Dokument; die amtliche Verwendung erfordert eine gesonderte schriftliche Übersetzung.
- Lange ununterbrochene Rede. Spricht der Redner lange, ohne innezuhalten; das erschwert das Notieren, und es sollte in kurzen Abschnitten vorgegangen werden.
Die folgende Darstellung fasst die typische Praxis zusammen; die Praxis der Behörden kann abweichen. Die endgültige Anforderung bestimmt die Stelle, bei der der Antrag gestellt wird; klären Sie dies vorab.
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