Übersetzungsdienste
Telefon- und Ferndolmetschen
Telefon- und Ferndolmetschen ist die Methode, bei der der Dolmetscher die Übertragung über Telefon oder Videoverbindung leistet, ohne physisch vor Ort zu sein. Die Parteien und der Dolmetscher müssen sich nicht am selben Ort befinden; das Gespräch läuft über einen Anruf oder eine Online-Sitzung. Der deutlichste Vorzug dieser Methode sind Schnelligkeit und Erreichbarkeit: Ohne Anreise, Aufbau und Wartezeit lässt sich meist in kurzer Zeit ein Dolmetscher zuschalten.
5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 19.08.2026
Die Methode arbeitet in zwei Grundformen. Beim reinen Telefondolmetschen hört der Dolmetscher die Parteien, sieht sie aber nicht; beim Video-Ferndolmetschen kommt zum Ton auch das Bild hinzu. Diese Unterscheidung ist wichtig, denn die Arbeit des Dolmetschers beruht weitgehend auf dem Kontext; ob ein Bild vorhanden ist oder nicht, wirkt sich unmittelbar auf die Genauigkeit der Übertragung aus.
In welchen Fällen ist es erforderlich?
Diese Methode eignet sich für kurze, nicht im Voraus geplante Fälle oder für Situationen, in denen es unpraktisch ist, einen Dolmetscher vor Ort zu haben. Kurze Telefonate, Anrufe im Kundenservice, kurze Besprechungen mit einer entfernten Partei und unerwartet auftretender Sprachbedarf sind typische Beispiele. Dort, wo ein Dolmetscher vor Ort sowohl zeitlich als auch finanziell zu aufwendig wäre, bietet die Fernmethode eine schnelle Lösung.
Für lange Gespräche mit vielen Teilnehmern und hohem Genauigkeitsanspruch ist diese Methode dagegen nicht immer ideal. Bei reinen Audiogesprächen, in denen der Kontext schwach ist und Gestik und Mimik nicht gelesen werden können, können einzelne Nuancen verloren gehen. In solchen Fällen ist Konsekutiv- oder Simultandolmetschen vor Ort sicherer; die Methode wird nach der Sensibilität der Aufgabe gewählt.
| Merkmal | Lage beim Telefon- und Ferndolmetschen |
|---|---|
| Physische Anwesenheit | Nicht erforderlich; das Gespräch läuft als Anruf oder online |
| Bild | Beim Telefon nicht vorhanden, bei der Videovariante vorhanden |
| Verfügbarkeit | Hoch; die Zuschaltung ist in kurzer Zeit möglich |
| Am besten geeignet für | Kurze, ungeplante Gespräche mit einer entfernten Partei |
| Schwachstelle | Kontext und Körpersprache begrenzt, abhängig von der Tonqualität |
| Verfahren | Überwiegend konsekutiver Ablauf; Übertragung Abschnitt für Abschnitt |
Wie läuft der Prozess ab?
Beim Ferndolmetschen wird der Prozess kürzer und schneller aufgesetzt als beim Gespräch von Angesicht zu Angesicht; der eigentliche Unterschied ist, dass die technische Vorbereitung in den Vordergrund rückt. Der folgende Ablauf beginnt mit der Bestimmung des Bedarfs und legt besonderen Wert darauf, dass der genutzte Kanal stabil ist; denn beim Ferndolmetschen liegt das häufigste Problem an Verbindung und Ton. Eine – wenn auch kurze – Vorabinformation ermöglicht es dem Dolmetscher, sich auf den Kontext vorzubereiten, und erhöht die Genauigkeit der Übertragung deutlich. Während des Gesprächs Abschnitt für Abschnitt vorzugehen und an unklaren Stellen eine Bestätigung einzuholen, sind unveränderliche Regeln des Prozesses.
- Bedarfsmeldung. Sprachpaar, Thema und ob das Gespräch nur mit Ton oder mit Bild stattfindet, werden angegeben.
- Kanalwahl. Telefon, Konferenzleitung oder Online-Plattform werden festgelegt; für eine stabile Verbindung wird gesorgt.
- Kurze Vorabinformation. Nach Möglichkeit werden Zweck und Parteien des Gesprächs vorab mitgeteilt; auch ein kurzer Kontext erhöht die Genauigkeit.
- Gespräch. Der Dolmetscher hört den Parteien zu und überträgt Abschnitt für Abschnitt; an unklaren Stellen holt er eine kurze Bestätigung ein.
- Abschluss. Bei Bedarf werden die Beschlüsse am Ende des Gesprächs mündlich zusammengefasst und bestätigt.
Worauf bei dieser Dienstleistung zu achten ist
Der entscheidendste Faktor ist die Tonqualität. Beim Ferndolmetschen ist der Ton die einzige Stütze, die dem Dolmetscher bleibt; ist die Leitung schlecht, sprechen die Parteien durcheinander oder ist die Umgebung laut, sinkt die Genauigkeit der Übertragung. Deshalb bestimmen eine ruhige Umgebung, ein gutes Mikrofon und das der Reihe nach Sprechen der Beteiligten unmittelbar den Erfolg der Methode. Die Videovariante ist in der Regel sicherer als das reine Audiogespräch, weil sie auch die Körpersprache zeigt.
Der zweite Punkt ist, die Grenze der Methode anzuerkennen. Das Ferndolmetschen erfüllt nicht jede Funktion eines Dolmetschers vor Ort; insbesondere bei amtlichen Vorgängen kann eine physische Anwesenheit erforderlich sein. In solchen Fällen ist das Konsekutivdolmetschen vor Ort geeigneter. Wird von einem im Gespräch mündlich übertragenen Text eine schriftliche und beglaubigte Übersetzung für einen amtlichen Vorgang benötigt, wird dies gesondert über die im Dokumentenratgeber beschriebenen Verfahren der beglaubigten Übersetzung abgewickelt.
Nur mit Ton oder mit Bild?
Die grundlegendste Entscheidung beim Ferndolmetschen ist, ob das Gespräch nur mit Ton oder mit Bild stattfindet, und diese Entscheidung bestimmt unmittelbar die Qualität der Übertragung. Beim Audiodolmetschen über das Telefon hört der Dolmetscher die Parteien nur; Gestik, Mimik und visuelle Hinweise aus der Umgebung fehlen ihm. Bei kurzen und sachlichen Gesprächen ist das kein Problem; bei sensiblen Gesprächen, in denen Gefühl und Reaktion eine Rolle spielen, können jedoch einzelne Nuancen verloren gehen.
Das Video-Ferndolmetschen schließt diese Lücke weitgehend. Der Dolmetscher sieht die Parteien, liest die Körpersprache und kann, sofern vorhanden, einem Dokument oder einer Präsentation auf dem Bildschirm folgen. Deshalb ist die Videovariante bei Gesprächen mit hoher Sensibilität in der Regel sicherer als die rein akustische. Andererseits erfordert das Bild eine stabile Verbindung und eine gute Kamera- und Tonausstattung; ist die Infrastruktur schwach, wird der Vorteil rasch zum Nachteil. Wird von einer im Gespräch mündlich übertragenen Entscheidung später ein schriftliches Dokument für einen amtlichen Vorgang benötigt, ist es sinnvoll, von Anfang an daran zu erinnern, dass dies eine eigene Arbeit ist und über die im Dokumentenratgeber beschriebenen Verfahren der beglaubigten Übersetzung abgewickelt wird. Diese Unterscheidung vorab zu besprechen, klärt, was vom mündlichen Gespräch erwartet wird, und verhindert später mögliche Missverständnisse; sind Methode und Erwartung vorab abgestimmt, ist das Ergebnis deutlich sicherer.
Wie wird der Preis gebildet?
Das Ferndolmetschen wird überwiegend nach der Dauer des Gesprächs, auf Minuten- oder Sitzungsbasis, bewertet; die Posten für Anreise und Aufbau, die beim Dolmetschen vor Ort anfallen, entfallen hier, was die Methode bei kurzen Aufträgen wirtschaftlich macht. Bestimmende Faktoren sind die Dauer des Gesprächs, das Sprachpaar, die fachliche Tiefe des Themas und ob es nur mit Ton oder mit Bild stattfindet. Sehr kurze und ungeplante Gespräche und im Voraus geplante lange Sitzungen werden in unterschiedlichen Rahmen bewertet. Auf dieser Seite wird kein bestimmter Minuten- oder Sitzungspreis genannt; der Rahmen wird nach den Einzelheiten des Bedarfs festgelegt.
Ihren Bedarf, das Sprachpaar und die Form des Gesprächs können Sie über das Angebotsformular oder direkt über unsere Kontaktseite mitteilen. Die Sprachen, mit denen wir arbeiten, sehen Sie auf der Sprachenseite.
Häufige Situationen
- Schlechter Ton. Eine schwache Leitung oder eine laute Umgebung; der Faktor, der die Genauigkeit beim Ferndolmetschen am stärksten senkt.
- Durcheinandersprechen. Die Parteien sprechen gleichzeitig; Abschnitt für Abschnitt vorzugehen ist zwingend.
- Wahl für die falsche Aufgabe. Für ein langes und sensibles Gespräch wird die rein akustische Fernmethode gewählt; Dolmetschen vor Ort kann sicherer sein.
- Fehlender Kontext. Über das Thema wird gar nicht informiert; schon eine kurze Vorabinformation erhöht die Genauigkeit.
Diese Seite dient der allgemeinen Information; die Bedingungen für Übersetzung, Beglaubigung und Lieferung können je nach Dokumentart abweichen. Vor einer Entscheidung lohnt es sich, die eigene Veröffentlichung der jeweiligen Stelle einzusehen.
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