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Übersetzungsdienste

Simultandolmetschen

Simultandolmetschen ist das Verfahren, bei dem die Verdolmetschung nahezu im selben Augenblick erfolgt, in dem der Redner spricht. Der Dolmetscher hört die Rede über Kopfhörer und überträgt sie mit einigen Sekunden Verzögerung in die Zielsprache; die Zuhörer verfolgen diese Verdolmetschung über ihre eigenen Kopfhörer. Die Rede wird nicht unterbrochen; deshalb verlängert sich die Sitzung – anders als beim Konsekutivverfahren – nicht. Das kennzeichnende Merkmal des Simultandolmetschens ist diese Gleichzeitigkeit, und der gesamte technische Aufbau wird errichtet, um sie zu ermöglichen.

5 Min. Lesezeit Aktualisiert: 21.08.2026

Diese Gleichzeitigkeit bringt eine erhebliche mentale Belastung mit sich. Der Dolmetscher hört, analysiert, überträgt und spricht zugleich; bei dieser Intensität ist ununterbrochenes Arbeiten nicht möglich. Deshalb wird Simultandolmetschen in der Regel mit zwei Dolmetschern durchgeführt; die Dolmetscher wechseln sich in bestimmten Abständen ab und unterstützen einander. Simultandolmetschen über längere Zeit mit nur einem Dolmetscher bedeutet einen Qualitätsverlust und ist nicht zu empfehlen.

Wann wird es benötigt?

Simultandolmetschen ist für Situationen gedacht, in denen es viele Teilnehmer gibt, die Zeit knapp ist und der Ablauf ohne Unterbrechung laufen muss. Typische Beispiele sind Konferenzen, Kongresse, multinationale Sitzungen, Podien und Symposien sowie Live-Übertragungen. In diesen Situationen ist es nicht praktikabel, die Rede zu unterbrechen und das Ende der Verdolmetschung abzuwarten; alle müssen gleichzeitig in ihrer eigenen Sprache folgen können. Auch wenn in derselben Sitzung mehrere Sprachen verwendet werden, ist das Simultanverfahren die einzige realistische Methode.

Bei kleinen, wechselseitigen Gesprächen mit wenigen Personen ist der Aufbau einer Simultananlage dagegen eine unnötige Last; für solche Situationen ist das Konsekutivverfahren einfacher und wirtschaftlicher. Die Wahl des Verfahrens richtet sich deshalb nach der Situation; beide leisten nicht dasselbe.

MerkmalBeim Simultandolmetschen
GleichzeitigkeitGegeben; die Verdolmetschung läuft mit der Rede mit
AusstattungSchallisolierte Kabine, Konsole, Sender und Kopfhörer für die Zuhörer
Auswirkung auf die DauerKeine; die Sitzung verlängert sich nicht
TeilnehmerzahlGroß; Konferenz und mehrsprachige Sitzung
Zahl der DolmetscherIn der Regel zwei Dolmetscher pro Kabine
UmgebungKabine vor Ort oder Plattform aus der Ferne

Technischer Aufbau und Ablauf

Beim Simultandolmetschen ist der Ablauf ebenso sehr eine Sache des technischen Aufbaus und der Vorbereitung wie des Könnens des Dolmetschers; werden diese drei nicht gemeinsam geplant, leidet das Ergebnis. Der folgende Ablauf beginnt deshalb nicht allein mit der Verdolmetschung, sondern mit der Planung des Saals und der Tonanlage. Dass die Unterlagen die Dolmetscher im Voraus erreichen, ist der wichtigste Schritt, um die Fehleranfälligkeit des gleichzeitigen Arbeitens auszugleichen. Den Aufbau vor der Sitzung zu testen, ist wiederum eine Absicherung, die nicht vernachlässigt werden darf; denn eine technische Störung macht selbst die Arbeit des besten Dolmetschers unsichtbar. Die folgenden Schritte sind darauf angelegt, dieses Ganze aufzubauen.

  1. Technische Planung. Die Anordnung des Saals, die Zahl der Sprachen und die Teilnehmerzahl werden bestimmt; Kabine, Ton- und Verteilsystem werden danach geplant.
  2. Vorbereitung der Unterlagen. Redetexte, Präsentationen und Tagesordnung werden den Dolmetschern im Voraus übergeben; beim Simultandolmetschen ist unvorbereitetes Arbeiten sehr fehleranfällig.
  3. Aufbau und Test. Die Ausstattung wird vor der Sitzung aufgebaut und die Tonanlage getestet; eine technische Störung wirkt sich auf die gesamte Verdolmetschung aus.
  4. Gleichzeitige Verdolmetschung. Die Dolmetscher arbeiten in der Kabine im Wechsel; für jede Sprache gelangt ein eigener Kanal zu den Zuhörern.
  5. Unterstützung. Der gerade nicht an der Reihe befindliche Dolmetscher notiert Zahlen und Eigennamen und unterstützt so den aktiven Dolmetscher.

Worauf bei dieser Leistung zu achten ist

Die Qualität beim Simultandolmetschen ruht auf drei Säulen: qualifizierte Dolmetscher, ein solider technischer Aufbau und Vorbereitung im Voraus. Fehlt eine dieser drei, leidet das Ergebnis. Vor allem die technische Seite darf nicht unterschätzt werden; schlechte Schallisolierung, ein schwaches Mikrofon oder eine falsche Kanaleinstellung machen selbst die Arbeit des besten Dolmetschers zunichte. Deshalb sind Ausstattung und Saalanordnung ebenso wichtig wie der Dolmetscher.

Das Simultandolmetschen aus der Ferne ist dagegen eine eigene Option. Befinden sich die Teilnehmer an verschiedenen Orten, kann die Verdolmetschung über eine Online-Plattform gleichzeitig erfolgen. In diesem Fall treten anstelle der Kabine eine stabile Verbindung und eine gute Tonanlage in den Vordergrund. Ist die Bandbreite gering oder die Tonqualität schlecht, ist das Simultandolmetschen aus der Ferne riskant. Wird am Ende der Sitzung außerdem eine schriftliche Aufzeichnung der Sitzung benötigt, wird diese im Rahmen unserer Übersetzungsleistungen als gesonderte Transkriptions- und Übersetzungsarbeit geplant. Wird eine solche Aufzeichnung gewünscht, sorgt ein Hinweis darauf vor der Sitzung dafür, dass sowohl der technische Aufbau als auch das Team entsprechend geplant werden.

Kabine vor Ort oder Plattform aus der Ferne?

Eine Entscheidung, die beim Simultandolmetschen immer deutlicher hervortritt, ist die Frage, ob die Arbeit in einer Kabine vor Ort oder über eine Plattform aus der Ferne erfolgt. Die Kabine vor Ort bietet dank Schallisolierung und direkter Sicht die stabilste Umgebung; der Dolmetscher sieht den Saal, den Redner und die Präsentation zugleich. Die Fernlösung kommt dagegen zum Einsatz, wenn die Teilnehmer an verschiedenen Orten sind oder ein physischer Aufbau nicht möglich ist, und sie beseitigt den Reiseaufwand.

Die Anforderungen dieser beiden Optionen sind unterschiedlich. Beim Aufbau vor Ort stehen Kabine, Konsole und Empfänger für die Zuhörer im Vordergrund, bei der Fernlösung dagegen eine stabile Verbindung, sauberer Ton und eine Anordnung, in der die Dolmetscher einander hören können. Beim Simultandolmetschen aus der Ferne sind die häufigsten Probleme technisch bedingt; schwacher Ton oder eine abbrechende Verbindung wirken sich auf die gesamte Verdolmetschung aus. Welcher Aufbau geeignet ist, richtet sich nach der Größe der Sitzung und dem Aufenthaltsort der Teilnehmer. Um diese Entscheidung und den technischen Bedarf zu besprechen, empfiehlt sich eine vorherige Planung über die Kontaktseite.

Wie wird der Preis gebildet?

Simultandolmetschen wird in der Regel auf Tages- oder Halbtagesbasis und grundsätzlich über ein Team aus zwei Dolmetschern bewertet; eine Kalkulation, die von einem einzigen Dolmetscher ausgeht, ist nicht realistisch. Bestimmende Faktoren sind die Dauer der Sitzung, die Zahl der Sprachen, der Fachlichkeitsgrad des Themas und der Bedarf an technischem Aufbau. Kabine, Tonanlage und Empfangsgeräte für die Zuhörer bilden meist einen eigenen technischen Posten. Bei Einsätzen außerhalb der Stadt werden Anreise und Unterkunft gesondert bewertet. Wegen dieser Variablen wird auf dieser Seite kein bestimmter Tagessatz genannt; der Rahmen wird nach den Einzelheiten der Sitzung festgelegt.

Datum, Dauer, Sprachen und Ort Ihrer Sitzung können Sie über das Angebotsformular oder direkt über unsere Kontaktseite übermitteln. Die Sprachen, mit denen wir arbeiten, sehen Sie auf den Sprachseiten.

Häufige Situationen

  • Erwartung eines einzigen Dolmetschers. Eine lange Sitzung soll mit nur einem Dolmetscher bestritten werden; durch Ermüdung sinkt die Qualität, maßgeblich ist das Team.
  • Technische Nachlässigkeit. Ton- und Kabinenaufbau werden bis zum letzten Moment aufgeschoben; eine technische Störung wirkt sich auf die gesamte Verdolmetschung aus.
  • Fehlende Vorbereitung. Präsentationen und Texte werden nicht im Voraus übergeben; beim Simultandolmetschen ist es sehr schwer, einen Begriff spontan zu finden.
  • Risiko der Fernverbindung. Schwaches Internet oder schlechter Ton; das ist beim Simultandolmetschen aus der Ferne die häufigste Problemquelle.

Die folgende Darstellung fasst die typische Praxis zusammen; die Praxis der jeweiligen Stelle kann abweichen. Vor einer Entscheidung ist es sinnvoll, die eigene Veröffentlichung der Stelle einzusehen.

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